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Neuigkeiten von Klein-Spike

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Name: Neuigkeiten von Klein-Spike
Leukosetest: unbekannt
Status:
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Letzte Änderungen: 28.08.2024

September 2012:

Liebes Pfoten-Team,

Endlich einmal die versprochenen Neuigkeiten von Klein-Spike. Ich war schon mehrmals im Begriff. Ihnen zu schreiben, blieb aber immer wieder an den Fotos der Tiere hängen, die ein neues Plätzchen suchen.
Das mit der "grauen Vorzeit" meine ich ernst, es scheint mir, dass Spike schon eine lange Zeit bei uns ist, so gut hat er sich eingewöhnt.

Der Transport in die Schweiz war problemlos und Spike hat die Reise souverän verbracht, teils mit Ruhen und teils mit zum-Fenster-hinaus-schauen.  Es war ja nichts vorbereitet, weil ich nicht wusste, dass ich ihn schon an diesem Tag mitnehmen dürfe. Also Körbli richten, Futter geben, schmüselen, kurz Gassi gehen, und dann schlafen gehen, Spike unten, ich im oberen Stock. Ich wollte ihm bewusst den etwas schwierigen Aufgang (offene Treppe, man sieht zwischen den Tritten hindurch und die Tiere müssen sich langsam daran gewöhnen, dass ihnen keine Gefahr droht) erst am Sonntag in Ruhe zeigen. Meine Befürchtungen einer bewegten Nacht waren jedoch völlig überflüssig, Spike schlief ruhig durch und lag am frühen Morgen - ich weiss nicht wie das pfiffige Kerlchen den Aufgang im Dunkeln geschafft hat - vor meinem Bett. Ueberflüssig zu sagen, dass er dort seinen Korb haben wollte und seither immer dort schläft.

Am Sonntag regnete es nur einmal, dafür in Strömen. Unsere Gemeinde besteht aus Schönwetter-Hündelern, wir trafen nur einen Irish Setter an, der sich völlig daneben benahm. Spike schaute ihn ruhig an, als wollte er sagen: Du willst Krieg. Sollst du haben, aber ICH stehe nicht nur Verfügung. Dann trafen wir noch eine Katze, die sofort die Flucht ergriff. Spike blieb ganz ruhig. Es ist ja ein grosser Unterschied zwischen dem Katzentest im Tierheim und fliehenden Katzen, die den Jagdinstinkt auslösen.  Wunderbar.

Montag Ruhetag. Am Dienstag Besuch beim Tierarzt. Spike ist gesund mit Ausnahme von ein wenig Zahnstein, den wir aber erst nach der Eingewöhnungszeit entfernen werden. und ein wenig Untergewicht (er wog 13,3 kg) was wir in der Zwischenzeit aufgestockt haben. Dem Tierarzt fiel auf, dass sein kleines Herz sehr ruhig schlug, keine Anzeichen von Stress, und das hat ihn doch sehr verwundert. Spike liess sich anstandslos untersuchen, nur bei den Ohren wehrte er sich ein wenig.

Am Mittwoch kam meine Freundin, die ich bis dahin mit Mühe am Besuch hindern konnte, mit ihren zwei Hündinnen, Die eine ist ein ganz toller Hund (Golden Retreiver), die andere (Tervueren) eine zickige Diva. Sie war einmal Drittplazierte an der Agility Weltmeisterschaft und geniesst seither Narrenfreiheit. Zu Spike war sie zunächst ziemlich unfreundlich, was Spike überhaupt nicht beeindruckte, und nach zwei Stunden waren alle Drei gute Freunde.

Donnerstag dann der Tag der grossen Wäsche. Auch bei der Hundecoiffeuse benahm er sich perfekt. Sie will mit den Hunden allein sein und schickt die Besitzer weg. Ich hatte noch den Befehl "Sommerschnitt" gegeben. Als ich wiederkam, sass da ein kleiner Hund und daneben so viel Material, dass man noch einmal einen Spike daraus hätte machen können. Er sah aus wie ein sehr gepflegter Jagdhund, aber das war einfach nicht Spike. Ich hätte mich schlagen können. Glücklicherweise wachsen Haare ja schnell nach und jetzt ist er wieder ein Wuscheli und gefällt mir so viel besser.

Spike ist ein Naturtalent in Sachen Public Relations. Er flirtet mit jedem, verträgt sich mit allen, Menschen und Tieren. Mein grosser Kater "Kenta" (7,5 kg) hat sich ihm immer mehr genähert, jetzt begrüssen sie sich jeden Morgen Schnäuzchen an Schnauze und dann kriegt Kenta Spikes grosse Zunge 2-3mal übers Gesicht gezogen und trottet selig von dannen. Der kleinere, sehr scheue Kater traut der Sache noch nicht ganz, aber er schläft jetzt auch schon eingerollt 30 cm entfernt. Ich wäre schon zufrieden gewesen, wenn die Tiere wie alte Eheleute friedlich nebeneinander leben und sich nicht angreifen. So ist es aber wunderbar. Bei den Hunden hat er einen Lieblings-Feind, einen Dalmatiner, den keift er an, obwohl ihm dieser nichts getan hat. Möglichweise war da in der Vergangenheit einmal etwas mit einem gefleckten Hund, und jetzt lässt Spike seine Wut an diesem aus. Sein Lieblings-Freund ist ein Riesenschnauzer, unkastrierter Rüde, namens Obelix. Die beiden spielen wunderbar miteinander, wobei Obelix extrem sorfältig ist. Vielleicht meint Spike, Obelix würde ihn im Bedarfsfall mit der ganzen Kraft seiner 55 Kilos verteidigen. Glücklicherweise hat es in der Umgebung mehrere jüngere Hunde mittlerer Grösse, mit denen Spike spielen und ganze Jagden veranstalten kann. Das mit der Hundeschule hat noch nicht geklappt, weil genau an dem 30.6. in unserer Gegend die Schulferien begannen und die Hundeschulen Trainingspause bis Mitte August machten. Ich habe seither zwei Schulen angesehen, aber die sind nicht das, was wir brauchen. In der Zwischenzeit arbeiten wir halt ein wenig allein, mit "Intelligenz-Spielen" etc.

Es folgten Tests nach Tests: Jogger, Velos, Autos, Fahren im Zug, Fahren im Bus, zwei Stunden allein sein, vor dem Lebensmittelladen warten und vieles mehr, alles mit Bravour bestanden. War das DER perfekte Hund? Ich wusste, dass ES kommen würde und ES kam.  Spike hatte wenig Erfahrung mit Hundeerziehung. Auf "assis" setzte er sich hin, "platz" kannte er nicht, aber wunderbarerweise hatte er einen sehr anständigen Appell und nach drei Tagen schon eine solche Bindung zu mir, dass ich ihn problemlos von der Leine lassen konnte.  Den 1. August (Nationalfeiertag) haben wir einigermassen hingekriegt. Im Haus war er ziemlich ruhig, Gassi gehen wollte er aber nicht, und ein letzter Versuch um 01.30 am 2. August wurde durch einen weiteren Knall sofort wieder abgebrochen.
Nach zwei Tagen war wieder alles ruhig. Spike nahm bei jedem Spaziergang ein Bad bis zum Bauch und freute sich über die grünen Wiesen. Da gab es ein Maisfeld und das war mit Elektrofäden eingezäunt aber lange Zeit ohne Strom. Ganz kurz vor der Ernte leitete der Bauer Strom auf den Zaun. Spike lief nass in den Zaun und das ihn natürlich gezwickt. Er lief davon wie ein geölter Blitz, ich so schnell als möglich (d.h. ziemlich langsam) hintendrein. Spike kam bis zur ersten Siedlung, irrte dort herum. Leute, die dort wohnen, einen Hund halten aber noch nicht begriffen haben, dass der Besitzer in aller Regel seinen Hund sucht und man nicht sofort die Polizei anrufen muss, haben aber gemeldet, dass ein Hund herumstreune und dass sie sofort mit einem Lesegerät kommen sollen, damit man den Hund nach Hause bringen könne. In der Zwischenzeit hatte ich den Ort des Geschehens auch erreicht und wir warteten eine halbe Stunde auf die Polizei, die aber nicht kam. So viel zum Nutzen der Chips. In meinen Augen sind immer noch ins Halsband eingestickte Handy-Nummern die schnellste Möglichkeit, einen Ausreisser wieder zu kriegen, denn ein Handy hat fast Jeder bei sich und die Zahlen sind so gross, dass man sie auch ohne Brille lesen kann.

Ich habe angenommen, das sei ein einmaliger Ausrutscher gewesen. Leider hatte ich unrecht. Wir hatten von Anfang an das Problem, dass Spike sich zu weit von mir entfernt. Ueber die 10-12 Meter hatten er und ich verschiedene Vorstellungen, aber irgendwie hat es immer geklappt. Nun fing Spike an auzubüchsen, und ich musste ihm ziemlich weit nachlaufen, um ihn wieder anleinen zu können, zunächst 1x pro Woche, seit letzter Woche jeden Tag. Er ist offensichtlich von einem Weg angezogen, den ich nicht gehen will - der Kehrichtverbrennungsanlage entlang - seit gestern gehen wir nur noch an der Flexi-Leine spazieren und ich hintersinne mich fast, wie ich den kleinen Kerl wieder zum Appell zurückbringen kann. So ist es weder für ihn noch für mich lustig. Ich kann mir dieses plötzliche Ausreissen schwer erklären, zumal er glücklich zu sein scheint, wenn er mich wieder sieht und auch nicht unglücklich scheint, an der Leine laufen zu müssen. Dazu kommt, dass er im Haus enorm an mir hängt, viel schmusen will  und mir von Raum zu Raum nachläuft. Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, sich einen Ausgang vom Sitzplatz in den Garten und dann in die Freiheit zu graben. Die Oeffnung zwischen Zaun und Boden ist sehr klein, kein Problem für eine Katze. Wie sich Spike jedoch flach wie eine Flunder macht um dort durchzukommen, ist mir völlig schleierhaft. Und das dann noch ohne Halsband, wirklich wie ein Streuner. Seither wurde der Hag verstärkt und es herrscht an dieser Front Ruhe. Mit anderen Worten: Spike ist ein Hausengel und ein Gassenteufeli.

Nun: Probleme sind ja da um gelöst zu werden. Ich werde Ihnen gerne wieder berichten, wenn wir Fortschritte machen. Was ganz sicher ist; ich werde Spike nicht weggeben, egal, welchen Unsinn er macht. Beim nächsten Tierarztbesuch werde ich fragen, ob eine Kastration etwas bringen würde, obwohl ich nicht das Gefühl habe, dass das Wegrennen etwas mit einer läufigen Hündin zu tun hat. In der Regel wissen wir, wenn eine unkastrierte Hündin ihre Tage hat,  und und im Moment ist das nicht der Fall.

Also jetzt wissen Sie etwas mehr über Spikes Leben in der Schweiz. Ich habe eigentlich viel mehr Schwierigkeiten erwartet und bin glücklich mit ihm so wie er ist. Nur das Weglaufen ist äusserst unangenehm, denn wenn er zwei Meter weggerannt ist, kann man ihn nicht mehr beeinflussen und dann kommt dieses grässliche Gefühl von Ohnmacht, Wut und Angst, dass ihm etwas passieren könnte.

Ihnen allen wünschen wir weiterhin viel Mut und Freude an Ihrer ganz tollen Tätigkeit und ihren Schützlingen viel Glück bei der Suche nach einem Lebensplatz.

Spike und Jolanda

Neuigkeiten von Klein-Spike

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Name: Neuigkeiten von Klein-Spike
Leukosetest: unbekannt
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Letzte Änderungen: 28.08.2024

September 2012:

Liebes Pfoten-Team,

Endlich einmal die versprochenen Neuigkeiten von Klein-Spike. Ich war schon mehrmals im Begriff. Ihnen zu schreiben, blieb aber immer wieder an den Fotos der Tiere hängen, die ein neues Plätzchen suchen.
Das mit der "grauen Vorzeit" meine ich ernst, es scheint mir, dass Spike schon eine lange Zeit bei uns ist, so gut hat er sich eingewöhnt.

Der Transport in die Schweiz war problemlos und Spike hat die Reise souverän verbracht, teils mit Ruhen und teils mit zum-Fenster-hinaus-schauen.  Es war ja nichts vorbereitet, weil ich nicht wusste, dass ich ihn schon an diesem Tag mitnehmen dürfe. Also Körbli richten, Futter geben, schmüselen, kurz Gassi gehen, und dann schlafen gehen, Spike unten, ich im oberen Stock. Ich wollte ihm bewusst den etwas schwierigen Aufgang (offene Treppe, man sieht zwischen den Tritten hindurch und die Tiere müssen sich langsam daran gewöhnen, dass ihnen keine Gefahr droht) erst am Sonntag in Ruhe zeigen. Meine Befürchtungen einer bewegten Nacht waren jedoch völlig überflüssig, Spike schlief ruhig durch und lag am frühen Morgen - ich weiss nicht wie das pfiffige Kerlchen den Aufgang im Dunkeln geschafft hat - vor meinem Bett. Ueberflüssig zu sagen, dass er dort seinen Korb haben wollte und seither immer dort schläft.

Am Sonntag regnete es nur einmal, dafür in Strömen. Unsere Gemeinde besteht aus Schönwetter-Hündelern, wir trafen nur einen Irish Setter an, der sich völlig daneben benahm. Spike schaute ihn ruhig an, als wollte er sagen: Du willst Krieg. Sollst du haben, aber ICH stehe nicht nur Verfügung. Dann trafen wir noch eine Katze, die sofort die Flucht ergriff. Spike blieb ganz ruhig. Es ist ja ein grosser Unterschied zwischen dem Katzentest im Tierheim und fliehenden Katzen, die den Jagdinstinkt auslösen.  Wunderbar.

Montag Ruhetag. Am Dienstag Besuch beim Tierarzt. Spike ist gesund mit Ausnahme von ein wenig Zahnstein, den wir aber erst nach der Eingewöhnungszeit entfernen werden. und ein wenig Untergewicht (er wog 13,3 kg) was wir in der Zwischenzeit aufgestockt haben. Dem Tierarzt fiel auf, dass sein kleines Herz sehr ruhig schlug, keine Anzeichen von Stress, und das hat ihn doch sehr verwundert. Spike liess sich anstandslos untersuchen, nur bei den Ohren wehrte er sich ein wenig.

Am Mittwoch kam meine Freundin, die ich bis dahin mit Mühe am Besuch hindern konnte, mit ihren zwei Hündinnen, Die eine ist ein ganz toller Hund (Golden Retreiver), die andere (Tervueren) eine zickige Diva. Sie war einmal Drittplazierte an der Agility Weltmeisterschaft und geniesst seither Narrenfreiheit. Zu Spike war sie zunächst ziemlich unfreundlich, was Spike überhaupt nicht beeindruckte, und nach zwei Stunden waren alle Drei gute Freunde.

Donnerstag dann der Tag der grossen Wäsche. Auch bei der Hundecoiffeuse benahm er sich perfekt. Sie will mit den Hunden allein sein und schickt die Besitzer weg. Ich hatte noch den Befehl "Sommerschnitt" gegeben. Als ich wiederkam, sass da ein kleiner Hund und daneben so viel Material, dass man noch einmal einen Spike daraus hätte machen können. Er sah aus wie ein sehr gepflegter Jagdhund, aber das war einfach nicht Spike. Ich hätte mich schlagen können. Glücklicherweise wachsen Haare ja schnell nach und jetzt ist er wieder ein Wuscheli und gefällt mir so viel besser.

Spike ist ein Naturtalent in Sachen Public Relations. Er flirtet mit jedem, verträgt sich mit allen, Menschen und Tieren. Mein grosser Kater "Kenta" (7,5 kg) hat sich ihm immer mehr genähert, jetzt begrüssen sie sich jeden Morgen Schnäuzchen an Schnauze und dann kriegt Kenta Spikes grosse Zunge 2-3mal übers Gesicht gezogen und trottet selig von dannen. Der kleinere, sehr scheue Kater traut der Sache noch nicht ganz, aber er schläft jetzt auch schon eingerollt 30 cm entfernt. Ich wäre schon zufrieden gewesen, wenn die Tiere wie alte Eheleute friedlich nebeneinander leben und sich nicht angreifen. So ist es aber wunderbar. Bei den Hunden hat er einen Lieblings-Feind, einen Dalmatiner, den keift er an, obwohl ihm dieser nichts getan hat. Möglichweise war da in der Vergangenheit einmal etwas mit einem gefleckten Hund, und jetzt lässt Spike seine Wut an diesem aus. Sein Lieblings-Freund ist ein Riesenschnauzer, unkastrierter Rüde, namens Obelix. Die beiden spielen wunderbar miteinander, wobei Obelix extrem sorfältig ist. Vielleicht meint Spike, Obelix würde ihn im Bedarfsfall mit der ganzen Kraft seiner 55 Kilos verteidigen. Glücklicherweise hat es in der Umgebung mehrere jüngere Hunde mittlerer Grösse, mit denen Spike spielen und ganze Jagden veranstalten kann. Das mit der Hundeschule hat noch nicht geklappt, weil genau an dem 30.6. in unserer Gegend die Schulferien begannen und die Hundeschulen Trainingspause bis Mitte August machten. Ich habe seither zwei Schulen angesehen, aber die sind nicht das, was wir brauchen. In der Zwischenzeit arbeiten wir halt ein wenig allein, mit "Intelligenz-Spielen" etc.

Es folgten Tests nach Tests: Jogger, Velos, Autos, Fahren im Zug, Fahren im Bus, zwei Stunden allein sein, vor dem Lebensmittelladen warten und vieles mehr, alles mit Bravour bestanden. War das DER perfekte Hund? Ich wusste, dass ES kommen würde und ES kam.  Spike hatte wenig Erfahrung mit Hundeerziehung. Auf "assis" setzte er sich hin, "platz" kannte er nicht, aber wunderbarerweise hatte er einen sehr anständigen Appell und nach drei Tagen schon eine solche Bindung zu mir, dass ich ihn problemlos von der Leine lassen konnte.  Den 1. August (Nationalfeiertag) haben wir einigermassen hingekriegt. Im Haus war er ziemlich ruhig, Gassi gehen wollte er aber nicht, und ein letzter Versuch um 01.30 am 2. August wurde durch einen weiteren Knall sofort wieder abgebrochen.
Nach zwei Tagen war wieder alles ruhig. Spike nahm bei jedem Spaziergang ein Bad bis zum Bauch und freute sich über die grünen Wiesen. Da gab es ein Maisfeld und das war mit Elektrofäden eingezäunt aber lange Zeit ohne Strom. Ganz kurz vor der Ernte leitete der Bauer Strom auf den Zaun. Spike lief nass in den Zaun und das ihn natürlich gezwickt. Er lief davon wie ein geölter Blitz, ich so schnell als möglich (d.h. ziemlich langsam) hintendrein. Spike kam bis zur ersten Siedlung, irrte dort herum. Leute, die dort wohnen, einen Hund halten aber noch nicht begriffen haben, dass der Besitzer in aller Regel seinen Hund sucht und man nicht sofort die Polizei anrufen muss, haben aber gemeldet, dass ein Hund herumstreune und dass sie sofort mit einem Lesegerät kommen sollen, damit man den Hund nach Hause bringen könne. In der Zwischenzeit hatte ich den Ort des Geschehens auch erreicht und wir warteten eine halbe Stunde auf die Polizei, die aber nicht kam. So viel zum Nutzen der Chips. In meinen Augen sind immer noch ins Halsband eingestickte Handy-Nummern die schnellste Möglichkeit, einen Ausreisser wieder zu kriegen, denn ein Handy hat fast Jeder bei sich und die Zahlen sind so gross, dass man sie auch ohne Brille lesen kann.

Ich habe angenommen, das sei ein einmaliger Ausrutscher gewesen. Leider hatte ich unrecht. Wir hatten von Anfang an das Problem, dass Spike sich zu weit von mir entfernt. Ueber die 10-12 Meter hatten er und ich verschiedene Vorstellungen, aber irgendwie hat es immer geklappt. Nun fing Spike an auzubüchsen, und ich musste ihm ziemlich weit nachlaufen, um ihn wieder anleinen zu können, zunächst 1x pro Woche, seit letzter Woche jeden Tag. Er ist offensichtlich von einem Weg angezogen, den ich nicht gehen will - der Kehrichtverbrennungsanlage entlang - seit gestern gehen wir nur noch an der Flexi-Leine spazieren und ich hintersinne mich fast, wie ich den kleinen Kerl wieder zum Appell zurückbringen kann. So ist es weder für ihn noch für mich lustig. Ich kann mir dieses plötzliche Ausreissen schwer erklären, zumal er glücklich zu sein scheint, wenn er mich wieder sieht und auch nicht unglücklich scheint, an der Leine laufen zu müssen. Dazu kommt, dass er im Haus enorm an mir hängt, viel schmusen will  und mir von Raum zu Raum nachläuft. Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, sich einen Ausgang vom Sitzplatz in den Garten und dann in die Freiheit zu graben. Die Oeffnung zwischen Zaun und Boden ist sehr klein, kein Problem für eine Katze. Wie sich Spike jedoch flach wie eine Flunder macht um dort durchzukommen, ist mir völlig schleierhaft. Und das dann noch ohne Halsband, wirklich wie ein Streuner. Seither wurde der Hag verstärkt und es herrscht an dieser Front Ruhe. Mit anderen Worten: Spike ist ein Hausengel und ein Gassenteufeli.

Nun: Probleme sind ja da um gelöst zu werden. Ich werde Ihnen gerne wieder berichten, wenn wir Fortschritte machen. Was ganz sicher ist; ich werde Spike nicht weggeben, egal, welchen Unsinn er macht. Beim nächsten Tierarztbesuch werde ich fragen, ob eine Kastration etwas bringen würde, obwohl ich nicht das Gefühl habe, dass das Wegrennen etwas mit einer läufigen Hündin zu tun hat. In der Regel wissen wir, wenn eine unkastrierte Hündin ihre Tage hat,  und und im Moment ist das nicht der Fall.

Also jetzt wissen Sie etwas mehr über Spikes Leben in der Schweiz. Ich habe eigentlich viel mehr Schwierigkeiten erwartet und bin glücklich mit ihm so wie er ist. Nur das Weglaufen ist äusserst unangenehm, denn wenn er zwei Meter weggerannt ist, kann man ihn nicht mehr beeinflussen und dann kommt dieses grässliche Gefühl von Ohnmacht, Wut und Angst, dass ihm etwas passieren könnte.

Ihnen allen wünschen wir weiterhin viel Mut und Freude an Ihrer ganz tollen Tätigkeit und ihren Schützlingen viel Glück bei der Suche nach einem Lebensplatz.

Spike und Jolanda

Verein Pfotenteam Tierhilfe
c/o Kleintierpraxis am Ring
Riehenring 171
CH-4058 Basel

Pfotenteam Tierhilfe ist ein Verein mit Sitz in Basel. Alle Pfotenteamler arbeiten ehrenamtlich. Wir helfen in Not geratenen Hunden, Katzen, Kleintieren aus dem Dreiländereck Schweiz - Frankreich - Deutschland. Pfotenteam Tierhilfe betreibt kein eigenes Tierheim, alle unsere Vermittlungstiere sind in Pflegefamilien oder Tierpensionen untergebracht. Weiterlesen

 

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